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24.01.2011 Aufschlag Zastrow

Aufschlag Zastrow

 

Aufschlag Zastrow ist die Handelsblatt Kolumne von SPORT+MARKT Vorstand Hartmut Zastrow. Sie erscheint alle zwei Wochen montags im Sportbusinessteil des Handelsblatts. Hier Aufschlag Zastrow vom 24.01.2011:

 

 

 

 

Unternehmen aus Amerika und Asien erhöhen ihre Präsenz im europäischen Fußball. Nach England profitiert nun auch die Bundesliga.

 

Der FC Bayern München hat einen neuen Sponsor.

Eigentlich nichts Ungewöhnliches – käme der Werbepartner nicht aus China. Solarhersteller Yingli Green Energy, der schon bei der Weltmeisterschaft in Südafrika als Sponsor aktiv war, weitet sein Fußballengagement aus. Auch wenn Yingli eine deutsche Niederlassung in München hat, den Bayern ist ein globaler Coup gelungen.

Der jüngste Deal zeigt nicht nur, dass der deutsche Rekordmeister zu den ganz großen Sportmarken zählt. Er unterstreicht einen Trend im internationalen Sportbusiness. War dieses lange europäisch geprägt, so nimmt seit einigen Jahren die Globalisierung Fahrt auf. Unternehmen aus Asien, Amerika und Afrika wollen mit europäischen Teams werben. Das ermöglicht ganz neue Marketingstrategien.

Ein Club wie Manchester United kann heute mit mehreren Sponsoren aus einer Branche zusammenarbeiten, ohne dass Interessenkonflikte auftreten. Die Engländer haben allein acht Telekommunikationspartner in unterschiedlichen Ländern und Regionen – hier wird Branchenexklusivität ganz neu definiert. Britische Unternehmen gibt es in der ersten Sponsorenriege von Manchester dagegen kaum noch. Hauptsponsor etwa ist der US-amerikanische Versicherungsmakler Aon, zudem wirbt der Club für die thailändische Biermarke Singha.

Asiatische Unternehmen sind inzwischen bei vielen englischen Vereinen im Sponsorenpool vertreten oder werben auf deren Banden. In Spanien hat der FC Barcelona mit der Qatar Foundation gar einen Rekorddeal im Trikotsponsoring abgeschlossen. Es geht um mehr als den Einkauf von Werbefläche. Fußballclubs sind – als eine Art Gütesiegel – der ideale Türöffner für ausländische Marken. Auch wer Kontakt zu politischen Entscheidungsträgern oder Wirtschaftsführern sucht, kommt dem Ziel durch ein Club-Engagement erheblich näher.

Oft dient die Partnerschaft auch als image- und vertriebsfördernde Maßnahme im Heimatmarkt. In vielen Ländern, besonders in Asien, sind Topclubs wie Barcelona oder Manchester United prestigeträchtiger und auch glaubwürdiger als heimische Teams. Die Münchener haben sich nun für alle sichtbar in die Riege der globalen Sportmarken eingereiht. Die Manager anderer großer Bundesligaclubs dürfen sich berechtigte Hoffnung darauf machen, den Bayern bald zu folgen.

 

 

 

 

Kontakt

Für journalistische Anfragen oder die Aufnahme in den SPORT+MARKT-Presseverteiler, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit:

Ilka Wendlandt
Corporate Communications Manager
ilka.wendlandt@sportundmarkt.com 
+49 (0) 221 - 430 73 132